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Bürgergespräch Windkraft am Hessenreuther Berg

22.02.2020
Bürgergespräch Windkraft am Hessenreuther Berg

Sollen im Hessenreuther Wald Windräder gebaut werden oder nicht? Mit diesem Thema beschäftigte sich der CSU- und JU-Ortsverband Kastl im August 2019 im Rahmen eines Bürgergespräches in Altköslarn. Seit mehreren Jahren und aktuell in den vergangenen Monaten wird darüber in vielen Orten in der Region diskutiert. Derzeit ist im Gespräch, dass wohl bis zu 13 Anlagen der modernsten Generation rund um den „Abspann“ errichtet werden sollen. Ein Thema, das natürlich die Menschen in der Region bewegt. 

Vor allem beunruhigt es aber diejenigen, bei denen die Anlagen zum Teil direkt vor der Haustüre stehen werden, sollten sie so kommen, wie sie aktuell geplant sind. Aus diesem Grund hat der Ortsverband nach Altköslarn eingeladen, damit jeder die Möglichkeit hat, seine Sichtweise zu diesem Thema vorbringen zu können.    

Der Versammlungsort wurde aber nicht einfach so ausgewählt, wie CSU-Ortsvorsitzender und Bürgermeisterkandidat Hans Walter eingangs berichtete. „Vor über sieben Jahren haben wir uns ebenfalls hier versammelt, als es um den geplanten Abbau von Sand und Kies im Hessenreuther Wald ging“, erinnerte Walter an das damalige Vorhaben.  Im Jahr 2012 stellte der Industrieverband Steine und Erden beim regionalen Planungsverband den Antrag, unmittelbar in der Nähe von Altköslarn auf einer Fläche von rund 200 Hektar Sand und Kies abbauen zu können. 

Sachorientiert und vor allem sehr deutlich wurde zu dieser Zeit zum Ausspruch gebracht, dass dieser Eingriff in keinster Weise zu befürworten sei. Punkte wie der Baumbestand, der in den vergangenen Jahrzehnten mit enormen Mitteln für den Klimawandel umgebaut wurde, die Auswirkungen auf viele Tier- und Pflanzenarten sowie die Auswirkungen auf die Bevölkerung veranlassten die Entscheidungsträger, das Projekt geschlossen abzulehnen. 

„Diese Argumente, vor allem die Auswirkungen auf den Waldbestand, die Tiere und vor allem auf die Bevölkerung sind für mich nach wie vor die Argumente, warum ich auch diesen Eingriff ins Herz des Hessenreuther Wald ablehne“, unterstrich Hans Walter zu Beginn des Abends vor knapp 100 Gästen. 

Er lehne den Bau von Windrädern deshalb ab, nicht weil er gegen Windkraft sei, sondern weil dieser Standort nicht passe. Was zum Beispiel für den Naturpark Steinwald gelte oder für das Umfeld weiter Teile von Urlaubsregionen in Südbayern, das müsse auch beim Hessenreuther Wald Gültigkeit haben, so Hans Walter in seinen Ausführungen. „Es kann nicht sein, dass die Bevölkerung bei diversen Planern als Menschen zweiter Klasse angesehen wird, denen man ein überdimensioniertes Projekt nach dem anderen zumuten will.“ 

Enttäuscht sei Hans Walter von denjenigen Personen, die dieses Projekt in den vergangenen Monaten hinter vorgehaltener Hand maßgeblich vorangetrieben hätten, ohne die Bevölkerung frühzeitig einzubinden und in Gänze darüber zu informieren, wenn es sich bei Planern schon um die Verantwortlichen einer Bürgergenossenschaft handelt. Dieses Verhalten lehne er strikt ab und habe dafür kein Verständnis. „So kann man mit den Bürgerinnen und Bürgern nicht umgehen!“ 

Weiterhin unterstrich er mit aller Deutlichkeit, dass man nicht zwangsläufig gegen die Windkraft sei, wenn man diesen Standort ablehne. „Und bei allem, was Recht ist, die Argumentation derer, die dieses Projekt planen und umsetzen wollen, ‚wer gegen Windräder ist, ist für Atomenergie und leugnet auch noch den Klimawandel‘, diejenigen sind bei mir damit an der falschen Adresse“, erwiderte Walter so manchen Kritikern der vergangenen Wochen. 

Für die anschließende Diskussion, bei der einige Personen zahlreiche Argumente zum einen gegen den Bau, aber auch für die Errichtung der Anlagen vorbrachten, bat Hans Walter um eine sachliche und nüchterne Diskussion.  „Nur dann kann man eine für alle vertretbare Linie finden, wenn schon die große Politik nicht den Anschein macht, in Sachen Energiepolitik für geordnete Bahnen zu sorgen.“

 

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