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Gespräch mit Bauminister Dr. Hans Reichart

22.02.2020

Im Rahmen einer Besprechung mit Bauminister Dr. Hans Reichart sowie Landtagsabgeordnetem Tobias Reiß konnte Hans Walter, CSU-Ortsvorsitzender und Fraktionssprecher im Gemeinderat, mehrere Themen zur Sprache bringen, die derzeit die Kommune vor größere Herausforderungen stellen. Im Mittelpunkt des Gespräches stand der aktuelle Sachstand zu mehreren Punkten wie der Aufnahme in die Städtebauförderung und das Bauen auf den Dörfern. 

So bemängelte Hans Walter den inzwischen nicht unerheblichen Zeitraum und die zahlreichen Themen, die im Zusammenhang mit der „Ehler Förderung“ für den Ausbau des letzten Teilstücks der Hauptstraße und der Städtebauförderung aufgetaucht sind. Er machte deutlich, dass solch lange Prozesse in der bayerischen Staatsverwaltung allmählich auf absolutes Unverständnis auf allen Seiten stießen. Positiv sei aber, dass durch die „Leerstandsoffensive“ mittlerweile für drei Sanierungsobjekte Fördermittel zugesagt wurden. Dies sei ein wichtiges und nachhaltiges Instrument, um Leerstand auch wirklich zu beseitigen. Dennoch haben sich aber drei Familien gegen die Beantragung von Fördergeldern aus der Städtebauförderung entschieden, da ihnen der formale Weg mit den vielen einzuhaltenden Schritten zu umständlich und langwierig war. Diese haben bzw. werden nun ihre leerstehenden Anwesen, die sie alle käuflich erworben haben, komplett mit Eigenmitteln sanieren.

Die Gemeinde Kastl hat auf den ersten Blick eine relativ gute und ausgewogene Altersstruktur, so Hans Walter im Gespräch mit dem Minister. Bei einem zweiten und tieferen Blick zeigt sich aber, dass die Gemeinde in den umliegenden Ortschaften Probleme hinsichtlich der Altersstruktur der Bevölkerung hat. Dies wird mittelfristig zur Konsequenz haben, dass Kastl zwar viele junge Leute und junge Familien hat, aber in den Dörfern zum Teil nur noch Senioren wohnen werden. 

Walter machte deutlich, dass man in den vergangenen Jahren leider zunehmend feststellen musste, dass das Bauen in diesen kleinen Ortschaften immer schwieriger zu realisieren sei. Mehrere Bauvorhaben konnten nur mit größten Mühen und viel gutem Zureden bei den zuständigen Genehmigungsbehörden letztendlich umgesetzt werden. Da sich dies inzwischen weiträumig herumgesprochen hat, bemühten sich in der Vergangenheit viele junge Leute schon gar nicht mehr, vor Ort zu bauen, und suchten sich andere Möglichkeiten. Mit viel Glück blieben sie noch in Kastl, indem sie einen Bauplatz in einem Baugebiet kauften. Es gab aber auch immer wieder Fälle wo junge Leute die Gemeinde Kastl dauerhaft verlassen, haben um zum Beispiel in den Herkunftsort des Ehepartners zu wechseln, weil sich für sie vor Ort nichts Passendes ergeben hat. 

Minister Dr. Hans Reichart war sich der schwierigen Situationen vor Ort in den Dörfern bewusst. Die vielgeforderte Nachverdichtung in den einzelnen Ortschaften sei durch viele Faktoren nicht bzw. nur sehr schwierig möglich. Deshalb werde man mittelfristig versuchen, die bayerische Bauordnung diesen Gegebenheiten bestmöglich anzupassen, damit vor allem auch die ländlichen Gebiete gestärkt werden können. Beim Thema Städtebauförderung sagte er eine Prüfung der Thematik zu und hatte für die Länge des bisherigen Ablaufes ebenfalls kaum Verständnis, da kleinen Kommunen zügig geholfen werden müsste. 

 

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